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Onigiri – japanische gefüllte Reisbällchen, oder -herzchen, oder -blümchen…
Mai 13th, 2010 by veganitaet

Ich kannte Onigiri bis seit kurzem gar nicht. In Deutschland sind sie wohl, wenn überhaupt, nur bei Manga-Fans bekannt, weil in Mangas angeblich alle Onigiri essen. Ich bin auf Onigiri in Malaysia gestoßen und musste mir gleich ganz viele Förmchen kaufen, die extra zum Onigiri formen da sind. Für Nichtwissende wirken sie eigentlich wie etwas überdimensionale Sushi. Sie werden auch mit dem gleichen Reis zubereitet, allerdings wird der Onigiri-Reis nicht mit Essig und Zucker gewürzt.

Onigiri kann man dann beliebig formen und füllen. Klassisch sind sie mit Fisch, eingelegten Pflaumen oder Algen gefüllt. Ich habe sie hier mit verschiedenen Algen, Shitake-Pilzen und eingelegten Karotten befüllt. Noch dazu kann man den Reis an sich mit Gemüse, Sesam oder was einem sonst so einfällt mischen und dann formen, nur dass die Onigiri so schlechter zusammenhalten. Will man die Onigiri eh nur zu Hause essen, macht das nichts. In Japan sind Onigiri ein beliebter Snack für unterwegs. Hierfür sollte man darauf achten, dass der Reis klebrig genug ist und, dass man den Reis gut zusammenpresst.

Zutaten:

2 Tassen Sushi-Reis

2 1/4 Tasse Wasser

etwa 4 getrocknete Shitakepilze

2 EL dunkle Misopaste (Akamiso)

9 EL Sojasoße (insgesamt)

4 EL Mirin (insgesamt; süßer japanscher Reiswein aus dem Asialaden)

2 EL Reisessig (auch aus dem Asialaden)

2 EL Zucker

3 EL Hijiki-Algen

etwa 100g Kombu-Algen (werden in Deutschland nicht als Lebensmittel verkauft wegen des sehr hohen Jodgehalts. Ich halte den Konsum,solange man es nicht übertreibt,  für nicht allzu bedenklich. Schließlich ist Kombu ein wesentlicher Bestandteil der japanischen Küche. In Deutschland kann man Kombu in manchen Asialäden, Bioläden von Ruschin oder in Internetshops meist als „Badezusatz“ kaufen… Ich finde Kombu und Hijiki im Gegensatz zu den eher schleimigen Wakame-Algen sehr lecker!)

beliebig viele Nori-Algen-Blätter(die, die man auch zum Sushi einrollen nimmt)

eine geraspelte Karotte

(wahlweise noch mehr geraspelte Karotte, klein geschnittenes Selleriegrün und Sesam)

Zubereitung:

Zunächst die Füllungen vorbereiten. Der Reis muss warm verarbeitet werden, also müssen die Füllungen zusammen mit dem Reis fertig sein.

Die geraspelte Karotte in ein Schälchen geben und 2 EL Mirin hinzufügen. Ich hab die Karotte nur für etwas eine Stunde mariniert, bessere Ergebnisse erzielt man allerdings über Nacht.

Die Shitakepilze in ein Schälchen geben, mit kochendem Wasser bedecken und 2EL Misopaste und 2EL Sojasoße hinzufügen. Solange einweichen, bis sie weich werden, das dauert etwa 15 Minuten. Dann in Streifen schneiden.

Die Kombu-Algen in mundgerechte Stücke schneiden. Das geht sehr gut mit einer handelsüblichen Haushaltsschere! In einen kleinen Topf geben und mit Wasser bedecken. 2El Reisessig hinzufügen und etwa eine Stunde einweichen. Dann auf den Herd stellen, 4 EL Sojasoße, 2EL Mirin und 2 EL Zucker hinzufügen und einige Minuten köcheln bis die meiste Flüssigkeit verdampft ist. Der Kombu sollte nun bissfest sein. Wenn nicht, noch etwas Wasser hinzufügen und weiterköcheln.

Die Hijiki-Algen in ein Schüsselchen füllen und mit Wasser bedeckt 30 Minuten einweichen. Dann mit dem Enweichwasser und 3EL Mirin und 3EL Sojasoße wenige Minuten kochen bis die Algen bissfest sind. Hijiki ist sehr aromatisch und riecht sehr streng fischig-meerig. Ich habe daher die restliche Brühe aufgehoben und verwende sie, um darin Tofu „fischig“ zu marinieren.

Nun können wir uns dem Reis widmen. Hierzu den Reis in einer Schüssel oder einen Topf geben und gründlich waschen, d.h.  die Reiskörner mit den Händen aneinandereiben und immer wieder kaltes Wasser hinzufügen und abgießen bis das Wasser einigermaßen klar wird. Das macht man um überflüssige Stärke zu entfernen. Der Reis soll zwar klebrig sein, aber ich habe in so vielen Beschreibungen zu perfektem japanischen Reis gelesen, dass man den Reis waschen soll, dass es schon zu irgendetwas gut sein wird! 🙂

Den Reis dann mit 2 1/4 Tassen Wasser kochen. Das geht am besten mit einem Reiskocher oder einem Topf mit geschlossenem Deckel(aufpassen, dass der Reis nicht anbrennt). Wenn der Reis fertig ist, sollte das gesamte Wasser aufgesogen  und der Reis nicht zu trocken sein. Ansonsten muss man noch etwas mehr Wasser hinzufügen und den Reis nochmal aufkochen.

Nun kann es mit dem Onigiri formen losgehen! Ich habe meine mit speziellen Förmchen geformt. Die haben aber lediglich den Vorteil, dass man sie sehr leicht wieder gerausdrücken kann. Ansonsten kann man aber auch normale kleine Backförmchen verwenden. Man muss sie lediglich vorher mit kaltem Wasser benetzen und aufpassen, dass man kleben gebliebenen Reis entfernt, sonst bleibt der Reis daran kleben. Um die Onigiri zu füllen, einfach das Förmchen bis zur Hälfte befüllen, eine kleine Mulde hineindrücken und etwas Füllung hieneingeben. Immer aufpassen, dass die Füllung nicht zu feucht ist, sonst läuft das Onigiri aus und fällt auseinander! Dann noch etwas Reis hinzufügen und mit der Handfläche gut festpressen. Dann die Form umstülpen und schon hat man ein fertiges Onigiri. Man kann nun die Onigiri mit Nori-Algen garnieren, mit einer Nori-Banderole umwickeln, vollkommen in Nori einpacken, ganz wie man mag. Besonders flashig sehen Onigiris mit kleinen Motiven aus Nori aus. Hierzu kann man entweder die Nori-Algen mit einer Schere zurecht schneiden oder man nimmt einen Motivausstanzer oder -locher und stanzt damit süße kleine Motive aus!

Sind keine Förmchen zur Hand, kann man die Onigiri natürlich auch mit der Hand formen.

Um Onigiri etwas abwechslungsreicher zu gestalten kann man den Reis wie ich mit geraspelten Karotten, etwas Salz und Sesam mischen und formen. Möglich wären auch Erbsen, schwarzer Sesam und alles was sonst noch klein und nicht zu fettig oder nass ist.

Warm mit etwas Sojasoße zum dippen servieren.


One Response  
  • Veganer japanischer “Aal” auf Reis (Unagi Donburi) @ Veganitäten writes:
    August 17th, 201221:25at

    […] paar kleine Stücke Kombu.Algen (mehr dazu hier) oder 150ml fertige Dashi-Instantbrühe(Pulver aus dem […]

    [WORDPRESS HASHCASH] The comment’s server IP (89.31.140.35) doesn’t match the comment’s URL host IP (89.31.143.116) and so is spam.


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