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Basis-Seitan-Baukasten
Jul 13th, 2010 by veganitaet

Ich dachte ich er kläre hier mal, wie man ganz einfach die verschiedensten Arten von Seitan zubereiten kann, damit ich das nicht bei jedem Rezept neu erklären muss und ihr euch selbst eure ganz eigenen Seitane (hmm..wie ist der Plural von Seitan!?) kreieren könnt! Im Grunde genommen ist es ganz einfach: man muss nur eine Menge Gluten mit ungefähr der gleichen Menge Flüssigkeit(etwas weniger finde ich auch manchmal angebracht) vermischen. Zum Gluten könnt ihr alle möglichen Gewürze benutzen und für die Flüssigkeit alle möglichen Soßen oder pürierte Bohnen, Tofu….

Konsistenz

Generell müsst ihr euch vorher überlegen, wie ihr euren Seitan haben wollt. Wenn er eher fest und zäh(sagen wir mal wie ein Steak) sein soll müsst ihr den „Teig“ mit weniger Flüssigkeit herstellen und nehmt am besten nur Gluten(keinen Tofu oder andere Mehle).

Soll der Seitan eher zart sein(vielleicht für Geschnetzeltes)könnt ihr dem „Teig“ noch Kichererbsenmehl, Tapiokamehl oder pürierten Tofu oder Bohnen beigeben.

Garmethoden

Ich finde, dass es ganz wichtig ist, wie man den Seitan gart. Bei Kochen im Würzsud geht meiner Meinung nach der meisten Geschmack aus dem Seitan raus und an verschwendet viel zu viel  Gewürze. Außerdem wird der Seitan beim Kochen oftmals zu weich und gummi-mäßig.  Die beste Methode Seitan zu garen ist meiner Meinung nach immer noch das Dämpfen(je nach Größe variiert die Garzeit, minimal 25 Minuten).

Da aber nicht jeder ein Gerät zum Dämpfen oder ein Dämpfsieb für einen normalen Kochtopf hat, klappt es auch sehr gut, Seitan fest in Plastiktütchen (Gefrierbeutel oder Frühstücksbeutel) zu verschließen und in Wasser zu kochen. so werden sie quasi im Beutel gedämpft.

Wem das immernoch zu umständlich erscheint, der kann kleinere Seitanstücke(zum Bsp. ein fertig geformtes Steak) auch einzeln in der Mikrowelle garen. Dafür eine geringe Wattzahl (z.B. 60Watt) wählen und das Seitanstück 10 bis 15 Minuten garen und zwischendurch wenden.

Dann kann man Seitan natürlich auch noch im Ofen garen. Das geht am besten wenn man Aufschnitt zubereiten will. Dafür rollt man den Seitan am besten in dicke Rollen, wickelt ihn in Alu-Folie, zwirbelt beide Enden zu(sieht dann zum Schluss ganz wurst-mäßig aus) und backt das Ganze dann etwa eine Stunde.

Als einzige Garmethode fällt mir dann nur noch frittieren ein. Das geht, um rohen Seitan zu garen, aber nur mit ganz kleinen Stückchen, da sonst der Seitan innen noch ganz gummi-artig ist.

Generell kann man den gedämpften, gekochbeutelten und gemikrowellten Seitan sehr gut zu allen möglichen Gerichten weiterverarbeiten. Mann kann den so gegarten Seitan hervorragend einfrieren und hat dann immer etwas Seitan parat, den man nur noch anbraten muss. Zudem eignet sich dieser Seitan super zum Grillen und übertrifft jede gekaufte (meiner Meinung nach viel zu weiche und geschmacklose) Soja-Wurst!

Zutaten:

feste Zutaten:

2Tassen Gluten (Weizen-Eiweiß, gibt’s in 5kg-Säcken bei veganwonderland oder auch bei manchen großen Bäckereien ziemlich billig)

1 Tasse wahlweise „Weichmacher“: Kichererbsenmehl(Gram Flour aus dem Asia-Laden), Tapiokamehl, bzw. -stärke(auch aus dem Asia-Laden), Sojamehl(Reformhaus, Bioladen…), andere selbstgemahlene Mehle aus Hülsenfrüchten

Gewürze(hier richtig übertreiben, Seitan schmeckt sonst nach nichts!): Muskat, Paprika, Kreuzkümmel, Knoblauch, Piment, Pfeffer, Chilli, getrocknete Kräuter, Currypulver…

1/2 Tasse Nährhefeflocken(optional)

2TL Salz oder mehr

2El Zucker(je nachdem, ob man süßliche Soßen benutzt, dann weniger)

andere Zutaten wie gehackte Zwiebeln, Oliven, getrocknete Tomaten, Pilze, Paprika… (jedoch muss man wissen, dass es etwas schwierig ist solche festen, nicht pulverisierten Bestandteile in den Seitan-Teig einzuarbeiten, da ein Großteil wieder herausfällt! Zwiebel kann man inkorporieren, indem man sie mit den flüssigen Zutaten püriert)

1 Tasse pulverisiertes Soja-Granulat (TVP), am besten in der Tüte lassen und mit einem Nudelholz zu Pulver verarbeiten(auch optional)

flüssige Zutaten:

2 Tassen Wasser

10 EL Tomatenmark (optional)

1 pürierter Block Tofu(optional)

oder eine Dose pürierte Kidneybohnen, Kichererbsen oder andere Bohnen(optional)

1 pürierte Zwiebel (optional)

6El Sojasoße

2EL Liquid Smoke (schmeckt dann wirklich sehr authentisch fleischig, gibt’s in mexikanischen Online-Shops)

beliebige Mengen Soßen(hervorragend, um Soßenreste zu verbrauchen!) wie Ketchup, Senf, Chillisoße, etc.

Zubereitung:

Alle festen Zutaten vermischen. In einer separaten Schüssel alle flüssigen Zutaten vermischen und dann alles vermengen. Das Resultat sollte ein gut knetbarer, nicht zu weicher Gummi-Teig sein. Wenn das Resultat zu trocken ist, einfach mehr Wasser hinzufügen und umgekehrt mehr Gluten. Falls ihr euch unsicher seid, könnt ihr auch ein kleines Stückchen in den Mund nehmen und mal probieren. Kaut sich wie Kaugummi , am besten wieder ausspucken! Aber man kann so ganz gut schmecken ob noch Salz oder ein anderes Gewürz fehlt. Nun kann man den Seitan-Klumpen so wie er ist garen und anschließend abkühlen lassen und in Stücke schneiden(Seitan wird beim Abkühlen immer nochmal fester). Oder man formt die Seitanstücke jetzt schon so wie man sie haben will und gart sie, wie man möchte. Man muss nur beachten, dass die Seitanstücke, außer beim backen in Alufolie, immer nochmal größer werden und nicht ganz ihre Form behalten.

Nach dem Garen kann man den Seitan einfach so essen, aufs Brot, angebraten, frittiert, mariniert, geraspelt als Hackfleisch…

Man kann fertigen Seitan sogar in kleinen Stückchen in einem Dörrgerät dörren(gibt es schon ganz günstig gebraucht bei ebay für um die 15€) und dann jederzeit wieder in stark gewürzter Brühe wie  getrocknete Sojaprodukten(TVP) aufkochen.

HAIL SEITAN!!!


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